Wir Einzelunternehmer sind multitasking-fähig. Langes Wort. Es steckt ja auch einiges dahinter: Wir arbeiten von früh bis spät, manche arbeiten sogar von spät bis früh. Wir akquirieren, realisieren, programmieren. Dazwischen werden Kinder und Ehepartner “abgespeist”, sämliche Formalitäten erledigt, wird Wäsche gewaschen, das Haus sauber gehalten und und und. Wir sind ja “zu Hause”. Da kann man doch zwischendurch mal … Oder bekomme nur ich soetwas zu hören?
7.48 Uhr: Noch müde habe ich die mir selbst verordnete Gymnastik erstmal auf den Nachmittag verschoben. PC an, Drucker an, Monitor an. Der Kaffee zeigt Wirkung: Die ersten Zeilen meines Beitrags “Geschenke für Kunden und Kollegen” fließen aus der Tastatur.
8.00 Uhr: Ah, der Vertrag ist da. Mail an Drucker. Meine Güte, das ist mal wieder ein Knebelvertrag! Das Honorar fehlt, gleich Mail zurück an den Verlag.
9.15 Uhr: Blob: Siegfried schickt per Skype einen Link zu seiner neuen Online-Anwendung. OK, ich bin Beta-Tester und mache mich gleich an die Arbeit. Siegfried ist auch immer fix, wenn ich ein Problem habe.
9.56 Uhr: Anruf bei Siegfried, Ergebnisse des Tests besprechen. Monitor geht in Schlafstellung. Uups, ist irgendwie viel Staub drauf! Mit einem Vileda-Allzweck-Tuch bekommt mein Monitor eine sanfte Behandlung.
10.22 Uhr: Langsam wird es Zeit, Holz nachzulegen. Ofentür auf, Staub raus (ärgerlich), Holz rein. Eigentlich wollte ich ja sowieso den Boden wischen … OK, dann mal gleich los. Schließlich habe ich mir zu diesem Zweck erst neulich eine ganze Armada neuer Werkzeuge zugelegt.
10.31 Uhr: Ring, ring. Mein Berater für Fotografie und digitale Karten ist dran. Dank des Ultramat-Eimers, der das Auswringen des Wischbezugs erledigt, greife ich mit trockener Hand zum Telefon. Das war früher anders, als ich noch mit Schrubber und Wischlappen statt Flachwischsystem auf die Böden losging. Und es ist jetzt auch viel weniger anstrengend. Entspannt lehne ich mich zurück. Matthias pustet Haftungsfragen bei Blog-Kommentaren in den Hörer. Interessant. Wir tauschen Links per Mail aus, bevor jeder wieder an sein Tagesgeschäft geht. Noch einge Züge mit dem Wischer, dann ist auch diese Aufgabe erledigt.
11.00 Uhr: Nachdem die Wäsche aufgehängt ist, blättere ich in den Presseinformationen, stelle meinen Blog-Text fertig und passe die Bilder an. Upload, OK.
12.00 Uhr: Die ersten Texte für einen Relaunch gehen per Mail auf Reise. Was koche ich heute? Vielleicht gibt die Gefriertruhe etwas her? Keine Zeit zum Einkaufen. Tee wäre jetzt gut. Klingeling! Der Postbote. Rechnungen kann er gleich behalten, sage ich scherzhaft. Die Lieferung für meinen Shop ist da, prima. Ringring, Paket fallen gelassen, nach oben geeilt: Supportanfrage eines Kunden, schnell erledigt. Mit den Texten geht es schleppend voran.
14.00 Uhr: Der Hunger meldet sich. Kartoffeln schälen, gefüllte Paprika auftauen, na, wer sagt’s denn. Spülmaschine ausräumen, Blumen gießen, essen.
15.15 Uhr: Erstmal die Telefonate erledigen, sonst erreiche ich niemanden mehr. Notizen. To-Do-Liste. Mails beantworten.
18.35 Uhr: Speichern. OK. Speichern. OK. Wieder etwas geschafft. Mein Rücken braucht Bewegung. Huh, ist das kalt draußen. Ich fülle den leeren Holzkorb und eile wieder hinauf ins warme Büro.
18.52: Auf dem Schreibtisch herrscht Chaos. Ordnen! Zumindest packe ich die neue Software aus, die ich eigentlich schön längt habe testen wollen. Für die Installation nehme ich mir noch Zeit, bevor ich dann gegen 20.20 endlich den Rechner runterfahre. Doch gedanklich kann ich noch nicht abschalten. Mir fehlt noch eine pfiffige Idee für die Überschrift eines Pressetextes. Grübel.
21.00 Uhr: Das Fernsehprogramm kann man mal wieder vergessen. Lieber verschwinde ich ins warme Bett und lese “Der Schwarm” weiter. Irgendwann “schwärmen” die Gedanken hinüber in den Schlaf …





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