Sind Sie ordentlich verpackt?

von Ramona Hapke am Freitag, 5. Dezember 2008 Kategorie(n): Allgemein, Rechtliches

Ab 01.01.2009 gilt die neue Verpackungsverordnung. Um rechtlich “gut verpackt” zu sein, also eventuellen Abmahnungen standzuhalten, muss sich auch jeder Online-Shop-Betreiber rechtzeitig um seine Verpackungen und deren Entsorgung kümmern. Also habe ich für meinen kleinen Media-Shop nach einem preisgünstigen Anbieter Ausschau gehalten.

Die Landbell AG hat nach Angaben auf ihrer Website “eine Online-Lösung entwickelt, die vor allem Unternehmen (inklusive Online-Händlern) mit geringeren Mengen an Verkaufsverpackungen nutzen können.” Diese Lösung berücksichtigt einen Verbrauch von 25 kg Pappe, Papier und Karton pro Monat und kostet 150 Euro pro Jahr für diese Menge.

Für meinen Shop, in dem ich auch digitale redaktionelle Inhalte zum Download anbiete und wenig Verpackung anfällt, scheint mir die Summe deutlich zu hoch. Der Tipp einer Kollegin führt mich zu einem der Marktführer, dem sog. “Günen Punkt”. Mit ein paar Klicks ist man dabei.

grüner punktAuf der Internetseite http://www.gruener-punkt.de führen verschiedene Links zu Kontakten, wo man sich zunächst beraten lassen kann. Dort ist auch am Freitag Nachmittag jemand zu sprechen.

Über eine Online-Anwendung wird man nach vorheriger Registrierung durch das System geleitet. Die Registrierung selbst ist ein bisschen “anstrengend”, denn es gibt für die Vergabe von Benutzer und Passwort bestimmte Regeln: “In Benutzernamen und Passwort dürfen nicht mehr als vier aufeinander folgende übereinstimmende Zeichen enthalten sein. Ebenfalls unzulässig ist eine Übereinstimmung von mehr als vier aufeinander folgenden Zeichen mit der Kundennummer, dem Firmennamen und dem Namen des Ansprechpartners.” Die Kennungen müssen mindestens acht Zeichen lang sein sowie ein numerisches Zeichen enthalten.

Ist diese Hürde genommen, werden bestimmte Angaben von Fenster zu Fenster abgefragt. Beispielsweise, wie viele Kilogramm Papier, Glas usw. pro Jahr anfallen. Dies nimmt Zeit in Anspruch. Das System errechnet anhand dieser Angaben die Gebühren.

Der Online-Vertragsassistent umfasst insgesamt acht Schritte. Im letzten werden die Zahlungsmodalitäten geregelt: “Bitte beachten Sie, dass nur das hier angebotene Zahlungsverfahren per Lastschrift kostenfrei ist. Sollten Sie sich für ein anderes Zahlungsverfahren (z. B. Überweisung) entscheiden, so wird eine Verwaltungspauschale von 50 € pro Jahr erhoben.” An dieser Stelle dachte ich darüber nach, ob ich eine solche nicht auch auf meinen eigenen Rechnungen ausweisen sollte. Hübsche Summe;)

Das System errechnete für meinen Media-Shop einen Gebühren-Wert, der unter dem Mindestsatz von 36 Euro liegt. Damit falle ich unter die Jahresmelder und werde monatlich mit 3 Euro belastet. Am Jahresende überprüfe ich die geschätzten Daten anhand der eigenen Aufzeichnungen. Zumindest habe ich mehr als 100 Euro gegenüber dem Anbieter Landbell gespart. Es lohnt sich zu vergleichen.

Weitere Informationen zur Verpackungsverordnung, insbesondere zum rechtlichen Hintergrund:
www.it-recht-kanzlei.de
.

Für interessante Hinweise in Bezug auf die Verpackungsverordnung und ihre Folgen sind die LeserInnen dieses Blogs sicher dankbar, also her damit!

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