Virtualisierung – ein Trend mit Sparpotenzial

von Ramona Hapke am Donnerstag, 11. Dezember 2008 Kategorie(n): IT/TK

In Zeiten von Sparzwängen und Effizienzdiskussionen erlebt eine erprobte IBM-Technologie einen Hype: Virtualisierung. Der Einsatz virtueller Server trägt enorme Sparpotenziale bei der IT-Infrastruktur und Hardware in sich. virtuelle Server
Die Vielzahl von Anwendungen, Versionen und Betriebssystemen hat dazu geführt, dass sich diese häufig nicht mehr parallel auf einer Hardware betreiben lassen. Zwangsläufig wird dedizierte Hardware für jeweils eine Anwendung bereitgestellt. Doch es geht auch anders: virtuell.

Unter Virtualisierung versteht man verschiedene Konzepte und Technologien im Bereich von Hard- und Software, die es ermöglichen, Ressourcen eines Computers aufzuteilen.

Virtuelle Server, intelligente Softwarelösungen, verhalten sich aus Anwendersicht wie echte Server. Ob als Domain-Controller, Backup-, File-, Proxy-, Exchange-, Print- oder Webserver, die Einsatzbereiche und Varianten sind mannigfaltig wie ihre Vorzüge. Für die Installation eines virtuellen Systems eignet sich das bestehende Betriebssystem (Host-basierte Virtualisierung), wie Windows oder Linux. Spezielle Betriebssysteme, beispielweise von der Firma VMware, dem Experten für ausgereifte Virtualierungs­konzepte, gewähren eine hohe Stabilität, Sicherheit und Verfügbarkeit.

Neue Anwendungen bedeuten nicht zwangläufig, die eigene Hardwareausrüstung aufstocken zu müssen. Im Gegenteil: Bestehende Hardware dient bei der Virtualisierung als Gastgeber-System für virtuelle Server, womit eine Auslastung (Konsolidierung ) bis zu 100 Prozent erreicht wird. Statt vieler kleiner und mittlerer physikalischer Server werden nur wenige Host-Systeme benötigt, auf denen unzählige virtuelle Systeme gleichzeitig laufen. Deren Leistung entspricht mehreren mit Servern gefüllten Racks. Im Gegensatz zu Hardware­komponenten beeinflussen sich virtuelle Maschinen nicht.

Virtualisierung in der Praxis

In aller Regel lässt sich der Administrationsaufwand in einer bestehenden IT-Infrastruktur durch den Einsatz virtueller Server spürbar vereinfachen, beispielsweise bei der Systemwiederherstellung, durch automatische Lastenverteilung und die Integration in ein zentrales Sicherheitskonzept. Sich verändernde Anforderungen und Workloads sind mit virtuellen Servern schnell zu realisieren. Zudem benötigen physikalsche Server im Gegensatz zu virtuellen eine Menge Strom bei der Kühlung.

Besonders Programmierer rationalisieren ihre Softwareentwicklung dadurch, indem sie ihren Code auf virtuellen Maschinen testen. Gute Erfahrungen machte zum Beispiel der IT-Spezialist Boris Dombrowski, Medien mit System, mit VMware Server, dem kostenlosen Einstiegsprodukt für Netzwerkrechner. Seine Projekte überträgt er nach erfolreichem Test von der virtuellen “Spielweise” auf die eigentliche Produktivumgebung. Webworker Martin Werthmöller, LWsytems GmbH, favorisiert virtuelle Lösungen bei nicht zeitkritischen Aufgaben (Reaktionszeiten von mehr als 2-5 Sekunden).

Realer Kostenfaktor für virtuelle Strukturen
“Beim Skizzieren der Anforderungen stellt sich oftmals doch heraus, dass für den Kunden eine virtualisierte Umgebung nicht die richtige Wahl ist”, stellt Sebastian Steins von der Firma ONLINETRUST new media fest. Der Fachmann für Netzwerke sieht vor allem Vorteile in der Testphase größerer Netzwerkumstrukturierungen. “Wenn ein Netzwerk mit verschiedenen Zugriffspunkten wie VPN, Internet und Intranet getestet werden soll, eignen sich virtuelle Lösungen ideal dafür.”

“Kostenmäßig sind sie vor allem bei Testphasen im Vorteil”, sagt Sebastian Steins. Die Virtualisierung stelle höhere Anforderungen an die Hardware, so dass man sich gut überlegen sollte, ob man wirklich in Produktiv­umgebungen virtualisieren möchte, so Steins. Für solche, die nur bestimmte Szenarien – wie zum Beispiel einen Ausfall-Mailserver – abdecken sollen, gibt es aber auch einen Vorteil, “zumal immer mehr Kunden auf freie Techniken wie XEN setzen”, erklärt Sebastian Steins. Diese verursachen nämlich keine Lizenzkosten, selbst wenn sie auf Servern eingesetzt werden.

Ob sich der Einsatz virtueller Maschinen für jedes Unternehmen rechnet, bedarf der eingehenden Analyse der eigenen IT-Landschaft. Chip-Hersteller jedenfalls wollen der Virtualisierung mit künftigen Produkten mehr Raum für weitere Innovationen bieten. Die Flexibilisierung von IT-Systemen wird damit an Bedeutung zunehmen und neue Dimensionen erreichen, schätzen IT-Experten.

Expertenlinks

http://www.onlinetrust.de

http://lw-systems.de

http://www.medien-mit-system.de

Preisbeispiele
kostenlose Produkte: VWware Player (Desktop), VMware Server (Einstiegsprodukt für
Netzwerke)

VWware Workstation (vorwiegend von Entwicklern eingesetzt): 189 US-Dollar

VWware Infrastructure Starter (für KMU und Außenstandorte von Unternehmen geeignet):
1.000 US-Dollar

VWware Infrastructure Standard (Virtualisierung von Arbeitslasten): 3.750 US-Dollar

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